TAXNEWS

Klienteninformation, verfaßt von Mag. Johannes Meller

Ausgabe Nr. 20 vom Dezember 2004

 

 

1.       Pensionsversicherungsbeiträge für österreichische Selbständige werden sich von 1995 bis 2015 mehr als verdoppeln

2.       Steuerreform 2005 und Steuern sparen

3.       Steuern sparen mit Fiskal-LKWs

4.       Studienausgaben als Werbungskosten und Betriebsausgaben

5.       Stundungszinsen, Anspruchszinsen, Aussetzungszinsen:
Wieviel Prozent Finanzamtsschulden derzeit kosten

6.       Umsatzsteuersonderprüfungen im Nov. 2004

7.       Kurzinformationen

 

1.       Pensionsversicherungsbeiträge für österreichische Selbständige werden sich von 1995 bis 2015 mehr als verdoppeln

Fast jedes Jahr erhöht sich der Pensionsversicherungs-Beitragssatz für Selbständige und Gewerbetreibende. Jedes Jahr erhöht sich die SV-Höchstbeitragsgrundlage, dieser Anstieg erfolgt bereits seit Jahren.

 

Durch diese Kombination von höherem Beitragssatz und höherer Beitragsgrundlage steigen die SV-Beiträge für die Pensionsversicherung exponentiell. Die folgende Tabelle veranschaulicht, wie der fast jährlich erhöhte Pensionsversicherungsbeitragsatz multipliziert mit der jährlich erhöhten SV-Höchstbeitragsgrundlage den maximalen jährlichen Pensionsversicherungsbeitrag exponentiell steigen läßt.

 

 

Pensionsversicherungs-

jährliche Höchst-

maximaler jährlicher

nomineller

 

Beitragssatz

Beitragsgrundlage

Pensionsbeitrag

Anstieg um

1995

12,5%

38.458 €

4.807 €

 

2005

15,0%

49.560 €

7.434 €

55%

2015

17,5%

64.063 €

11.211 €

133%


Die Pensionsbeiträge steigen wesentlich stärker als es der Inflationsrate entspricht:

Das Jahr 1 in der folgenden Graphik ist 1995, das Jahr 11 2005, das Jahr 21 2015.

 

In der Zeitreihe der SV-Höchstbeitragsgrundlage, der nominellen Pensionsversicherungs-Beiträge (nicht inflationsbereinigt) und der Inflationsrate wird offensichtlich, wie stark die Pensionsversicherungsbeiträge in den letzten 10 Jahren bereits gestiegen sind und welche Steigerung Selbständigen in den nächsten 10 Jahren noch bevorsteht.

 

 

Da stark steigenden Pensionsbeiträgen nur schwach steigende Höchstpensionen gegenüberstehen, bekommen die SV-Beiträge immer mehr Steuercharakter. Die Pensionsbeiträge werden zu Einzahlungen, denen kaum eine Gegenleistung gegenübersteht.

 

Es ist mir ein Anliegen, diese allmähliche Entwicklung, die sich im Lauf von 20 Jahren vollzieht, aufzuzeigen, damit nicht nur die kurzfristigen Auswirkungen von Pensionsversicherungs-Beitragserhöhungen in der Öffentlichkeit diskutiert werden.

 


Im Detail:

Der Pensionsversicherungs-Beitragssatz für Selbständige und Gewerbetreibende betrug 1995 noch 12,5%, seit 1997 14,5%, seit 2001 15%. 2015 wird er 17,5% betragen.

Die Erhöhung erfolgt von 2006 bis 2015 in zehn 0,25%-Punkte-Schritten. (Quelle: SV-Aktuell der SVA der gewerblichen Wirtschaft Ausgabe Nr. 4/2004, Seite 5 im Kommentar http://esv-sva.sozvers.at/mediaDB/77333.PDF )

 

Die folgende Tabelle „Pensions- und Krankenversicherungsbeiträge für Selbständige und Gewerbetreibende von 1995 bis 2015“ beinhaltet folgende Spalten:

Spalte1: Jahr

Spalte 2: jährliche Höchstbeitragsgrundlage (H-BGL)

Spalte 3: monatliche H-BGL (14x jährlich)

Spalte 4: monatliche H-BGL (12x jährlich)

Spalte 5: Pensionsversicherungs-Beitragssatz

Spalte 6: Krankenversicherungs-Beitragssatz

Spalte 7: maximale jährliche Pensionsversicherungsbeiträge

Spalte 8: Verbraucherpreisindex 1986, jeweils Jänner-Wert

Spalte 9: VPI 1986, Basis 01/1995 = 100

Spalte 10: jährliche Erhöhung des VPI

Spalte 11: Höchstbeitragsgrundlage, Basis 1995 = 100

Spalte 12: jährliche Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage

Spalte 13: nominelle Pensionsbeiträge (nicht inflationsbereinigt), Basis 1995 = 100

 

Pensions- und Krankenversicherungsbeiträge für Selbständige und Gewerbetreibende von 1995 bis 2015

 

Jahr

H-BGL
jährlich

H-BGL
14x

H-BGL
12x

PV-
satz

KV-
satz

PV-
Beiträge

VPI 86
Jänner:

 

VPI

jährl.
+

H-BGL

jährl.
+

PV
nominell

jährl.
+

1995

38.458 €

2.747 €

3.205 €

12,50%

9,3%

4.807 €

126,9

 

100,0

 

100,0

 

100,0

 

1996

39.679 €

2.834 €

3.307 €

13,50%

9,3%

5.357 €

129,0

 

101,7

1,7%

103,2

3,2%

111,4

11,4%

1997

41.511 €

2.965 €

3.459 €

14,50%

9,3%

6.019 €

131,7

 

103,8

2,1%

107,9

4,6%

125,2

12,4%

1998

42.732 €

3.052 €

3.561 €

14,50%

9,1%

6.196 €

133,3

 

105,0

1,2%

111,1

2,9%

128,9

2,9%

1999

43.342 €

3.096 €

3.612 €

14,50%

9,1%

6.285 €

133,9

 

105,5

0,5%

112,7

1,4%

130,7

1,4%

2000

43.953 €

3.139 €

3.663 €

14,50%

9,1%

6.373 €

135,5

 

106,8

1,2%

114,3

1,4%

132,6

1,4%

2001

45.173 €

3.227 €

3.764 €

15,00%

8,9%

6.776 €

139,7

 

110,1

3,1%

117,5

2,8%

141,0

6,3%

2002

45.780 €

3.270 €

3.815 €

15,00%

8,9%

6.867 €

142,6

 

112,4

2,1%

119,0

1,3%

142,8

1,3%

2003

47.040 €

3.360 €

3.920 €

15,00%

8,9%

7.056 €

145,0

 

114,3

1,7%

122,3

2,8%

146,8

2,8%

2004

48.300 €

3.450 €

4.025 €

15,00%

9,0%

7.245 €

146,7

 

115,6

1,2%

125,6

2,7%

150,7

2,7%

2005

49.560 €

3.540 €

4.130 €

15,00%

 

7.434 €

149,8

*)

118,0

2,1%

128,9

2,6%

154,6

2,6%

2006

50.849 €

3.632 €

4.237 €

15,25%

 

7.754 €

152,3

 

120,1

1,7%

132,2

2,6%

161,3

4,3%

2007

52.171 €

3.726 €

4.348 €

15,50%

 

8.086 €

154,9

 

122,1

1,7%

135,7

2,6%

168,2

4,3%

2008

53.527 €

3.823 €

4.461 €

15,75%

 

8.431 €

157,6

 

124,2

1,7%

139,2

2,6%

175,4

4,3%

2009

54.919 €

3.923 €

4.577 €

16,00%

 

8.787 €

160,2

 

126,3

1,7%

142,8

2,6%

182,8

4,2%

2010

56.347 €

4.025 €

4.696 €

16,25%

 

9.156 €

163,0

 

128,4

1,7%

146,5

2,6%

190,5

4,2%

2011

57.812 €

4.129 €

4.818 €

16,50%

 

9.539 €

165,7

 

130,6

1,7%

150,3

2,6%

198,4

4,2%

2012

59.315 €

4.237 €

4.943 €

16,75%

 

9.935 €

168,6

 

132,8

1,7%

154,2

2,6%

206,7

4,2%

2013

60.857 €

4.347 €

5.071 €

17,00%

 

10.346 €

171,4

 

135,1

1,7%

158,2

2,6%

215,2

4,1%

2014

62.439 €

4.460 €

5.203 €

17,25%

 

10.771 €

174,3

 

137,4

1,7%

162,4

2,6%

224,0

4,1%

2015

64.063 €

4.576 €

5.339 €

17,50%

 

11.211 €

177,3

 

139,7

1,7%

166,6

2,6%

233,2

4,1%

 

 

 

 

 

 

 

 

*) Wert 10/2004

 

 

 

 

 

Von 2005 bis 2015 habe ich den Durchschnittswert der Erhöhung in den Jahren 1995 bis 2005 für die Erhöhung des VPI und der Höchstbeitragsgrundlage angenommen.


Der SPÖ-Landtagsklub-Steiermark hat in einer Pressemeldung vom 6.4.2001 die Aufhebung der Höchstbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung eingefordert. Diese Forderung ist im Internet unter folgendem Link aufrufbar: http://ltk.kcom.at/_upload/presse_single_39.shtml

 

Diese Forderung weise ich auf das Entschiedenste zurück. Personen mit hohem Einkommen bekommen die gleichen Leistungen des Gesundheitssystems wie Personen mit niedrigem Einkommen. Die Solidarität der Gutverdienenden mit den Schlechtverdienenden ist bereits durch die progressive Einkommensteuer und die kalte Progression sichergestellt. Zur kalten Progression siehe meinen Artikel: http://www.meller.biz/taxnews-19-200409-Steuerreform-2005-Auswirkungen-Berechnung-Nettoeinkommen-Kalte-Progression-Einkommensteuertarif-Koerperschaftssteuertarif.htm

 

 

Ärzte, die bei der SVA der gewerblichen Wirtschaft nach dem Freiberuflichen- Selbständigen Sozialversicherungsgesetz (FSVG) pensionsversichert sind, müssen bereits seit vielen Jahren 20% Pensionsversicherungsbeiträge bezahlen.

http://www.aektirol.