Die Besteuerung von Künstlern in Österreich hinsichtlich Umsatzsteuer und Einkommensteuer, Sozialversicherung

1.Umsatzsteuer

Dem 10%igen Umsatzsteuersatz unterliegen in Österreich "die Umsätze aus der Tätigkeit als Künstler", somit Lieferungen und sonstige Leistungen aus der Tätigkeit als Künstler.

Im Folgenden zitiere ich den Kommentar zum UStG von Doralt zu § 10 Abs 1 Z5 UStG, Randziffer 91 ff, die Literatur-und Judikatur-Quellenangaben habe ich zur leichteren Lesbarkeit gekürzt, auch den Text habe ich gekürzt:

Als Künstler ist anzusehen, wer eine persönliche und eigenschöpferische Tätigkeit in einem umfassenden Kunstfach (z.B. Malerei, Bildhauerei, Architektur) auf Grund künstlerischer Begabung entfaltet und sich nicht darauf beschränkt, Erlernbares oder Erlerntes wiederzugeben. Künstlerische Leistungen müssen die individuelle Anschauung und Gestaltungskraft widerspiegeln und eine künstlerische Gestaltungshöhe erreichen bzw. dürfen einen gewissen Qualitätsstandard nicht unterschreiten. Daran fehlt es bei "Unterhaltungskünstlern" (z.B. Zauberkünstler).

Wichtiges Indiz für die Künstlereigenschaft ist die Absolvierung einer einschlägigen künstlerischen Ausbildung (Kunstgewerbeschule, Kunsthochschule). Fehlt es daran, muss im Einzelfall die Künstlereigenschaft an Hand der Tätigkeit geprüft werden. Eine eingehende Auseinandersetzung mit den vorgelegten Werken ist unerlässlich. Dem Sachverständigen-beweis kommt besondere Bedeutung zu, doch muss die Behörde die Sachverständigen-Kommission beim BM für Unterricht und Kunst dann nicht einschalten, wenn sie befähigt ist, die Arbeiten selbst zu beurteilen; das gilt speziell für typische Arbeiten der Werbe-und Gebrauchsgrafik.

Die Ermäßigung betrifft sowohl werkherstellende Künstler (Musterbeispiele: Maler, Bildhauer, Architekt) als auch darbietende Künstler (Musterbeispiele: Schauspieler, Musiker).

Künstlerisch tätige Komponisten, Literaten und Textautoren fallen danach unter die Begünstigung, nicht hingegen Fach-und Sachbuchautoren.

Abzugrenzen ist die Kunst insbesondere vom Kunsthandwerk. Maßgebend dafür ist, ob die Gestaltung des Gegenstandes nach Prinzipien erfolgt, die für ein umfassendes Kunstfach charakteristisch sind, ob die Tätigkeit also der eines Malers, Bildhauers, Architekten etc. gleicht. Die eigenschöpferische Komponente muss die handwerkliche überwiegen. Eine persönliche Note allein macht eine handwerkliche Tätigkeit nicht zur künstlerischen. Das Ergebnis der künstlerischen Tätigkeit muss - abgesehen von der reproduzierenden Kunst -stets ein Kunstwerk sein.

Bei Architekten und planenden Baumeistern stellt daher auch die Erstellung von Plänen in der Regel eine eigenschöpferische Leistung dar, die allerdings nur dann als künstlerisch gewertet werden kann, wenn durch die planende Tätigkeit Leistungen erbracht werden, die auf dieselbe Stufe zu stellen sind wie die Leistungen in einem umfassenden Kunstfach, das eine weitreichende künstlerische Begabung und Ausbildung erfordert (VwGH 15.6.1979, 1044176, ÖStZB 1980, 88). Nach UPS 1.12.2010, RV /0784-W /l 0 (upSjournal 2011, 61) ist ein Architekt nur dann als Künstler zu betrachten, wenn sich seine Leistung auf die Erstellung von Planungsskizzen und auf die allfällige Oberleitung beschränkt, sofern das Ergebnis nach der Verkehrsauffassung als ein Baukunstwerk anzusehen ist. Alle anderen Arbeitsstufen sind danach nicht künstlerisch, wobei der Einheitlichkeitsgrundsatz eine Aufspaltung ausschließe.

Die Tätigkeit eines Fotografen kann eine künstlerische sein, wenn sie nach Gestaltungsprinzipien erfolgt, die für ein umfassendes Kunstfach charakteristisch sind (VwGH 7.2.1990, für einen Gartenarchitekten (VwGH 18.2.1982, 1004178, ÖStZB 348).

Die Tätigkeit eines Restaurators hat der VwGH zunächst generell als kunsthandwerklich gewertet (15.12.1987, 86/14/0041, ÖStZB 1988,261; hierzu AÖF 181/1988), nunmehr differenziert er nach der Art der konkreten Tätigkeit: sofern der Restaurator Kunstwerke in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt, die derart beschädigt sind, dass sie (ganz oder teilweise) von der Zerstörung bedroht sind, ist seine Tätigkeit als künstlerische zu werten (VwGH 14.1.1992, 911l4/0204,ÖStZB 1993,67; 22.3.1995, 92/13/0005, ÖStZB 616).

Besitzt der Steuerpflichtige die Künstlereigenschaft, so sind nicht sämtliche Umsätze begünstigt, sondern nur jene aus der Tätigkeit als Künstler.

Die Vorsteuer kann entweder anhand der tatsächlichen Rechnungen oder mit einem Prozentsatz der Nettoeinnahmen (1,8%) berechnet werden, Übergangsfristen sind zu beachten. Das Pauschalierungswahlrecht betreffend Vorsteuer ist unabhängig vom Pauschalierungswahlrecht betreffend Betriebsausgaben.

 

2. Sozialversicherung

Künstler sind als Neue Selbständige bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft pflichtversichert, wenn Ihr Jahreseinkommen höher als die Versicherungsgrenze von derzeit € 6.453,36 ist. Voraussetzung: Es wird im Kalenderjahr keine weitere Erwerbstätigkeit ausgeübt und auch kein Erwerbsersatzeinkommen (z.B. Pension, Krankengeld) bezogen.

Falls im Kalenderjahr eine weitere Erwerbstätigkeit ausgeübt oder ein Erwerbsersatzeinkommen bezogen wird, so reduziert sich die Versicherungsgrenze auf
€ 4.743,72.

Es besteht ein Gestaltungsspielraum, ob Sie eine Pflichtversicherung bei der SVA wünschen oder nicht, falls Ihr Jahreseinkommen niedriger als die Versicherungsgrenze ist. Bei einer persönlichen Beratung kann die für Sie beste Strategie besprochen werden.

Falls Sie derzeit keine quartalsweisen SVA-Beiträge bezahlen, ist es erforderlich, der SVA bis Jahresende mitzuteilen, daß Ihr Jahreseinkommen höher als die Versicherungsgrenze sein wird, um einen Strafzuschlagvon 9,3% auf die SVA-Beiträge zu vermeiden.

 

3. Einkommensteuer

Künstler können in Österreich wählen, ob sie tatsächliche Rechnungen an Betriebsausgaben absetzen oder ob Sie die Betriebsausgaben pauschalieren mit 12% der Nettoeinnahmen. Die Übergangsfristen sind zu beachten, es kann nicht jedes Jahr zwischen den Berechnungsmethoden hin- und her- und zurückgewechselt werden.

Die Vorsteuer kann entweder anhand der tatsächlichen Rechnungen oder mit einem Prozentsatz der Nettoeinnahmen (1,8%) berechnet werden, Übergangsfristen sind zu beachten. Das Pauschalierungswahlrecht betreffend Vorsteuer ist unabhängig vom Pauschalierungswahlrecht betreffend Betriebsausgaben.

Gemäß § 3 Abs. 3 Kunstförderungsgesetz sind Staats-, Würdigungs-, und Förderungspreise sowie Prämien und Preise für hervorragende künstlerische Leistungen von der Einkommensteuer befreit. Dies gilt auch für dem Grunde und der Höhe nach vergleichbare Leistungen auf Grund von landesgesetzlichen Vorschriften sowie für Stipendien und Preise, die unter vergleichbaren Voraussetzungen von nationalen oder internationalen Förderungsinstitutionen vergeben werden (Einkommensteuerrichtlinien Randzahl 101a).

Der Einkommensteuer unterliegen Preise, die den Preisträgern im Rahmen eines Wettbewerbes durch eine Jury für eine konkrete Einzelleistung zuerkannt werden, darunter können z.B. Preise im Rahmen eines Architekten- oder Musikwettbewerbes, Literaturpreise, Journalistenpreise oder Filmpreise fallen (Einnahmen im Rahmen des jeweiligen Betriebes).
(ESTR Randzahl 101a) Diese Einnahmen sind als Betriebseinnahmen zu buchen.

Stipendien iSd § 3 Abs. 1 Z 5 Kunstförderungsgesetz (insbesondere von Studienaufenthalten im Ausland) sind von der Einkommensteuer befreit (ESTR Randzahl 313).

Künstler können einen Künstlerzuschuß bei der SVA beantragen, es ist erforderlich, daß die ausgeübte Tätigkeit als künstlerisch anerkannt wird und daß die Einkünfte lt. Einkommensteuererklärung mindestens die zwölffache Geringfügigkeitsgrenze betragen:
€ 395,31 x 12 Monate = € 4.743,72 (für 2014 gültiger Betrag).

Künstlerzuschuß Einkommensgrenze: Die Gesamteinkünfte gemäß § 2 Abs. 3 Einkommensteuergesetz 1988 (EStG 1988), bestehend aus

Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft
Einkünften aus selbständiger Arbeit
Einkünften aus Gewerbebetrieb
Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit
Einkünften aus Kapitalvermögen
Einkünften aus Vermietung und Verpachtung
sonstigen Einkünften im Sinn des § 29 EStG 1988,

dürfen im Kalenderjahr das Sechzigfache der jeweiligen ASVG-Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreiten. Konkret errechnen sich daraus folgende Werte:

Wert 2013: € 23.208,00
Wert 2014: € 23.718,60

Quelle: http://www.ksvf.at/pages/info_ku1.htm


Manche Reisekosten können steuerlich abgesetzt werden: Der ausschließliche berufliche Zweck einer von einem bildenden Künstler unternommenen Reise ist an der tatsächlich während der Reise ausgeübten Tätigkeit zu messen. Werden während der Reise zahlreiche bildnerische Werke mit Motiven der bereisten Länder oder Entwürfe, Skizzen oder Zeichnungen geschaffen, die später in entsprechenden Kunstwerken ihren Niederschlag finden bzw. auf Ausstellungen präsentiert werden, kann eine Abzugsfähigkeit der Reise gegeben sein (VwGH 3.2.1992, 91/13/0001; VwGH 21.7.1993, 91/13/0231). Ein allgemeiner Einfluss der Reise auf die in der Heimat zu schaffenden Kunstwerke genügt nicht. Mitgebrachte Gegenstände (Masken) und Fotos schließen einen privaten Reisezweck nicht aus (ESTR Randzahl 1651).

Es gibt auch eine spezielle Künstlerpauschalierung bzw. Schriftstellerpauschalierung (ESTR Randzahl 4361 ff), anhand einer Vorteilhaftigkeits-Vergleichsrechnung kann berechnet werden, ob die Künstlerpauschalierung zu empfehlen ist. Bindungsfristen sind wiederum zu beachten.

Bei der Künstlerpauschalierung ist ein Freibetrag für investierte Gewinne zusätzlich zulässig, bei der allgemeinen Betriebsausgabenpauschalierung hingegen nicht.

 

Wer gilt als Künstler? (ESTR Randzahl 5237).
Als Künstler kann nur derjenige angesehen werden, der eine persönliche eigenschöpferische Tätigkeit in einem umfassenden (anerkannten) Kunstfach auf Grund künstlerischer Begabung entfaltet (vgl. VwGH 20.11.1989, 88/14/0211; VwGH 30.6.1994, 94/15/0090). Seine Tätigkeit darf sich nicht darauf beschränken, Erlernbares oder Erlerntes wiederzugeben (VwGH 25.3.1960, 1313/57). Das Vorliegen einer künstlerischen Begabung ist in der Regel bei einer abgeschlossenen künstlerischen Hochschulbildung anzunehmen (z.B. Akademie der bildenden Künste, Hochschule für Musik und darstellende Kunst), daraus folgt aber nicht, dass der künstlerische Wert einer Tätigkeit nicht nachgeprüft werden muss (VwGH 20.2.1996, 92/14/0084). Fehlt eine Hochschulbildung oder sonstige vollwertige künstlerische Ausbildung, muss die Finanzbehörde die Künstlereigenschaft auf Grund der von ihm entfalteten Tätigkeit prüfen. Die Merkmale sind von der Behörde unter Berücksichtigung eines repräsentativen Querschnittes der Arbeiten, die die steuerlich relevante Tätigkeit bilden, zu beurteilen (VwGH 25.1.1994, 90/14/0092; VwGH 15.1.1997, 94/13/0002).

Wer gilt als künstlerischer Musiker? (ESTR Randzahl 5247)
Voraussetzung für das Vorliegen einer künstlerischen Tätigkeit im Falle der Musik ist auch hier einerseits die Befähigung des Ausübenden und anderseits die Art der Tätigkeit. Hinsichtlich der Befähigung gilt auch hier die abgeschlossene künstlerische Hochschulausbildung als Nachweis der Künstlereigenschaft, sie ist jedoch nicht unbedingte Voraussetzung, wenn eine entsprechende Begabung vorliegt. Musikalische Tätigkeit ist nur dann als künstlerisch anzusehen, wenn sie einen bestimmten, durch das jeweilige Kunstverständnis vorgegebenen Qualitätsstandard nicht unterschreitet. Maßgeblich dafür ist die Qualität des musikalischen Vortrages und nicht die Art des Musikstückes.

Ein Kabarettist oder Schauspieler ist idR künstlerisch tätig (ESTR Randzahl 5253).

 

Verteilung der Einkünfte selbständiger Künstler und Schriftsteller auf drei Jahre
(§ 37 Abs. 9 EStG 1988) (ESTR Randzahl 7378)
Künstler und Schriftsteller haben die Möglichkeit, über Antrag die im betreffenden Jahr erzielten positiven Einkünfte aus selbständiger künstlerischer Tätigkeit im Sinne des § 10 Abs. 2 Z 5 UStG 1994 (siehe dazu Rz 5237 ff) und aus schriftstellerischer Tätigkeit (siehe dazu Rz 5255) gleichmäßig auf das Veranlagungsjahr und die beiden vorangegangenen Jahre zu verteilen.

 

Ausländische Einnahmen

Bei Einnahmen eines Künstlers aus einem anderen Staat als Österreich ist das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen zu beachten. Es gibt DBA mit der Befreiungsmethode unter Progressionsvorbehalt und DBA mit der Anrechnungsmethode.

1) Befreiungsmethode mit Progressionsvorbehalt
Von der Einnahme wird im anderen Staat Quellensteuer bzw. Abzugssteuer abgezogen,
in Österreich ist die Einnahme von der Einkommensteuer befreit, die Einnahme abzüglich der ausländischen Ausgaben, also der Gewinn aus der ausländischen Einnahme erhöht jedoch die Einkommensteuerprogression auf die übrigen inländischen Einkünfte, man spricht von Progressionseinkünften.

2) Anrechnungsmethode
Von der Einnahme wird im anderen Staat Quellensteuer bzw. Abzugssteuer abgezogen,
in Österreich ist die Einnahme einkommensteuerpflichtig, die Quellensteuer wird auf die österreichische Einkommensteuer abgezogen.

Künstlerklausel (ESTR Randzahl 7918)
Enthält das anzuwendende DBA eine dem Art. 17 Abs. 1 OECD-Musterabkommen nachgebildete Bestimmung (Künstlerklausel), werden Einkünfte aus einer Tätigkeit als Künstler unabhängig vom Vorliegen einer festen Einrichtung dann in Österreich besteuert, wenn die Tätigkeit hier persönlich ausgeübt wird (gewerblicher Künstler; nähere Ausführungen zu Art. 17 OECD-Musterabkommen siehe Rz 7937 ff).

Beispiel: Die schauspielerische Mitwirkung eines als Künstler anerkannten Schauspielers an einem inländischen Werbespot, der von einer inländischen Werbeagentur im Inland produziert wird, stellt eine künstlerische Tätigkeit dar, die nach § 98 Z 2 EStG 1988 der beschränkten Steuerpflicht unterliegt. Ist ein DBA anzuwenden und ist es hinsichtlich der Besteuerung von Künstlern dem Art. 17 Abs. 1 OECD-Musterabkommen nachgebildet, ist bei persönlicher Ausübung keine feste Einrichtung erforderlich.

ESTR Randzahl 7946: Ist das anzuwendende DBA diesbezüglich dem Art. 17 Abs. 1 OECD-Musterabkommen nachgebildet, so ist für die Zuteilung des Besteuerungsrechts der Ort maßgeblich, an dem die Tätigkeit persönlich ausgeübt wird. Der Begriff "Künstler" ist für Zwecke der Abkommensanwendung weit auszulegen; grundsätzlich alle Auftritte von Personen in der Öffentlichkeit, die zu Unterhaltungszwecken erfolgen, werden von Art. 17 Abs. 1 OECD Musterabkommen erfaßt. Einkünfte anderer Personen, die an Unterhaltungsdarbietungen mitwirken ohne selbst aufzutreten, z.B. Personen mit verwaltungsmäßiger oder unterstützender Funktion (z.B. Kameraleute bei der Filmproduktion, Produzenten, Regisseure, Choreografen, technisches Personal, Begleittroß, Beleuchtungstechniker und Kostümbildner, aber auch Konzertagenturgesellschaften und Showproduzenten) werden von Art. 17 Abs. 1 OECD-Musterabkommen nicht erfaßt. Stehen Einkünfte nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit einer öffentlichen Darbietung des Auftretenden im Inland (z.B. Lizenzgebühren), kommt die dem Art. 17 Abs. 1 OECD-Musterabkommen nachgebildete Bestimmung nicht zur Anwendung.

ESTR Randzahl 7948: Enthält das zwischen dem Tätigkeitsstaat und dem Ansässigkeitsstaat einer ausländischen Person (z.B. Konzertagenturgesellschaft, Showproduzent), die dem inländischen Auftraggeber (Veranstalter) und dem Sportler, Artisten oder Mitwirkenden an Unterhaltungsdarbietungen zwischengeschaltet ist, bestehende DBA eine dem Art. 17 Abs. 2 OECD-Musterabkommen ("internationaler Künstlerdurchgriff") entsprechende Abkommensbestimmung, ist das Besteuerungsrecht an den Einkünften dieser Person (und nicht an den Einkünften des Sportlers, Artisten oder Mitwirkenden an Unterhaltungsdarbietungen) dem Tätigkeitsstaat zugeteilt und unterliegen gemäß § 98 Z 3 EStG 1988 der beschränkten Steuerpflicht. Die ausländische Person darf allerdings nicht bloß als Vermittler auftreten, sondern muß die Verträge sowohl mit dem inländischen Auftraggeber (Veranstalter) als auch mit den ausländischen Sportlern, Artisten oder Mitwirkenden an Unterhaltungsdarbietungen jeweils im eigenen Namen und auf eigene Rechnung abschließen; zwischen dem inländischen Auftraggeber und den ausländischen Sportlern, Artisten oder Mitwirkenden an Unterhaltungsdarbietungen dürfen keine steuerlich relevanten Leistungsbeziehungen bestehen.

ESTR Randzahl 7996 Ein Steuerabzug von Einkünften bzw. Gewinnanteilen mit nachfolgender (Pflicht- oder Antrags-)Veranlagung (siehe Abschnitt 30.2.3) ist für folgende Fälle vorgesehen:Einkünfte aus im Inland ausgeübter oder verwerteter nichtselbständiger Tätigkeit als Schriftsteller, Vortragender, Künstler, Architekt, Sportler, Artist oder Mitwirkender an Unterhaltungsdarbietungen (§ 70 Abs. 2 Z 2 EStG 1988; Antragsveranlagung gemäß § 102 Abs. 1 Z 3 EStG 1988). Zwischen Künstler und Veranstalter tretende Unternehmen, die reine Managementaufgaben erfüllen, sind keine "Mitwirkenden an der inländischen Unterhaltungsdarbietung" und unterliegen folglich mit den vereinnahmten Beträgen nicht der beschränkten Steuerpflicht.